Tarifbewegung Holz und Kunststoff 2025/2026 Verhandlungsergebnis Holz und Kunststoff in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gibt es das erste Verhandlungsergebnis für die Holz- und Kunststoff verarbeitende Industrie: Einmalzahlung, Entgelterhöhung in zwei Stufen und eine Erhöhung der Auszubildendenvergütungen. In den nächsten Tagen folgen die Verhandlungen in den weiteren Tarifgebieten.

Aktionstag Laupheim

20. Januar 2026 20. Januar 2026


Am späten Montagabend haben sich Arbeitgeber und IG Metall in der Tarifbewegung der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie im Tarifgebiet Baden-Württemberg auf ein Verhandlungsergebnis geeinigt. Das Ergebnis sieht eine Einmalzahlung sowie eine tabellenwirksame Entgelterhöhung in zwei Stufen vor.  

„Dieses austarierte Tarifergebnis spiegelt die Lage der Branche und der Beschäftigten wider. Der Aufschwung braucht dauerhaft steigende Entgelte. Das stärkt die Kaufkraft der Beschäftigten. Die betriebs- und gesamtwirtschaftliche Vernunft hat gesiegt“, bewertet Tarifvorständin Nadine Boguslawski das Verhandlungsergebnis aus Baden-Württemberg.  

 

Mehr Geld für die Beschäftigten  

Konkret sieht das Ergebnis eine Entgelterhöhung in zwei Stufen vor: ab Juni 2026 gibt es eine dauerhafte Entgelterhöhung von 2 Prozent, ab Juli 2027 weitere 2,2 Prozent mehr Geld. Zusätzlich bekommen die Beschäftigten im April 2026 eine Einmalzahlung von 300 Euro. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Zahlung anteilig. Auch die Auszubildenden erhalten eine Einmalzahlung von 150 Euro sowie eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung in zwei Stufen um jeweils 30 Euro.


Verhandlungsergebnis HuK

Betriebe in nachweislichen Schwierigkeiten können die Einmalzahlung verschieben, müssen ihren Beschäftigten aber bis spätestens Anfang 2027 das Geld auszahlen. Das Ergebnis sieht eine Laufzeit von 27 Monaten bis zum Januar 2028 vor. 

„Das ist kein Ergebnis zum Jubeln, aber eines, das in die Zeit passt. In einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld ist es gelungen, spürbare Entgeltsteigerungen und eine finanzielle Anerkennung für die Beschäftigten zu vereinbaren“, so Matthias Fuchs, IG Metall-Verhandlungsführer aus Baden-Württemberg.  

 

Hunderte Beschäftigte vor Verhandlungslokal  

Seit dem 12. Januar haben sich bundesweit bereits zahlreiche Beschäftigte an Aktionen und Warnstreiks vor den Werkstoren beteiligt. Vor dem Beginn der Verhandlung in Laupheim stärkten 500 Beschäftigte bei einer großen Warnstreikaktion der Verhandlungskommission den Rücken. „Das war eine tolle Aktion vor dem Verhandlungslokal. Alles was zu einem guten Warnstreik gehört, haben die Kolleginnen und Kollegen geliefert“, bekräftigt IG Metall-Tarifexpertin Inga Neumann. „Ohne ihren Einsatz wäre der Durchbruch in den Verhandlungen nicht möglich gewesen.“  

 

Tarifbewegung geht weiter 

Die Tarifbewegung ist damit jedoch längst nicht abgeschlossen. In allen übrigen Tarifgebieten müssen die Beschäftigten weiter mit Aktionen und Warnstreiks Druck auf die Arbeitgeber ausüben. Denn in der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie gibt es keinen sogenannten Pilotabschluss, den die anderen Tarifgebiete übernehmen.  

Bereits am Dienstag, den 20. Januar, findet die dritte Verhandlungsrunde in Bayern statt, gefolgt von Niedersachsen und Bremen am 22. Januar. Bei einigen der noch anstehenden Termine werden zusätzlich noch regionale Forderungen wie eine soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen in Bayern oder eine Komponente, die IG Metall-Mitgliedern zugutekommt, wie in Niedersachsen und Bremen verhandelt.