Mit einem Warnstreik haben die Beschäftigten von CLAAS in Bad Saulgau den Druck in der laufenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie erhöht. Sie machen damit deutlich, dass sie von den Arbeitgebern ein deutlich verbessertes Angebot erwarten, das sowohl die Leistung der Beschäftigten anerkennt als auch Perspektiven für die Zukunft der Standorte schafft.
Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütungen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Nach der zweiten Verhandlungsrunde sehen viele Beschäftigte noch erheblichen Nachbesserungsbedarf auf Arbeitgeberseite.
Jürgen Deni, Betriebsratsvorsitzender bei CLAAS Bad Saulgau, erklärte: „Die Kolleginnen und Kollegen bei CLAAS leisten Tag für Tag hervorragende Arbeit und sorgen mit ihrem Wissen, ihrem Engagement und ihrer Flexibilität für den Erfolg unseres Unternehmens. Gerade in Zeiten großer Veränderungen brauchen die Beschäftigten die Gewissheit, dass ihre Leistung anerkannt wird. Dazu gehört eine faire Entgelterhöhung ebenso wie ein klares Bekenntnis zu den Standorten und den Menschen, die hier arbeiten.“ Deni betonte zudem, dass die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens maßgeblich von motivierten und qualifizierten Beschäftigten abhänge: „Wer auch in Zukunft hochwertige Produkte entwickeln und fertigen will, muss die Fachkräfte halten und in die Belegschaft investieren. Die Beschäftigten erwarten deshalb zu Recht ein Tarifangebot, das ihrer Leistung gerecht wird.“
Robert Bäuerlein, Gewerkschaftssekretär der IG Metall, unterstrich die Bedeutung der Warnstreikaktion: „Die große Beteiligung zeigt deutlich, wie groß die Enttäuschung über das bisherige Arbeitgeberangebot ist. Die Beschäftigten erwarten einen Inflationsausgleich und eine spürbare tabellenwirksame Entgelterhöhung. Gleichzeitig brauchen sie Sicherheit für ihre Arbeitsplätze und eine Perspektive für die Zukunft der Industrie in unserer Region.“
Weiter erklärte Bäuerlein: „Die Transformation wird nur gelingen, wenn Unternehmen und Beschäftigte gemeinsam an einem Strang ziehen. Dafür braucht es Investitionen in Standorte, Technologien und Menschen. Die Arbeitgeber sind jetzt gefordert, in den kommenden Verhandlungen ein Angebot vorzulegen, das diesen Herausforderungen gerecht wird.“
Mit dem Warnstreik senden die Beschäftigten von CLAAS ein klares Signal an die Arbeitgeberseite. Die IG Metall macht deutlich, dass die Kolleginnen und Kollegen bereit sind, ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, solange kein akzeptables Verhandlungsergebnis auf dem Tisch liegt.
Insgesamt beteiligten sich am heutigen Tag in der Region fünf Betriebe an den Warnstreikaktionen: Coperion in Weingarten, Robert Bosch Power Tools in Ravensburg, CLAAS in Bad Saulgau sowie die Kramer GmbH in Pfullendorf. Insgesamt folgten 1.550 Beschäftigte dem Aufruf der IG Metall und beteiligten sich an den Arbeitsniederlegungen.