Mit einem gemeinsamen Warnstreik setzen die Beschäftigten von Robert Bosch, Coperion und RAFI im Raum Ravensburg ein deutliches Zeichen in der laufenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie. Nach der zweiten Verhandlungsrunde zwischen IG Metall und Arbeitgebern wächst der Unmut in den Betrieben über das unzureichende Angebot der Arbeitgeberseite.
Die Beschäftigten fordern eine tabellenwirksame Entgelterhöhung, die den gestiegenen Lebenshaltungskosten Rechnung trägt, sowie verlässliche Perspektiven für ihre Arbeitsplätze und Standorte. Die IG Metall macht deutlich: Gute Tarifabschlüsse und sichere Zukunftsperspektiven gehören zusammen. Herbert Bayer, Betriebsratsvorsitzender von Bosch Powertools Ravensburg, erklärte: „Die Kolleginnen und Kollegen sorgen jeden Tag mit ihrer Leistung dafür, dass unsere Unternehmen erfolgreich sind. Dafür erwarten sie Respekt und eine faire Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg. Gleichzeitig brauchen wir klare Perspektiven für die Industriearbeitsplätze in unserer Region. Die Beschäftigten haben ein Recht auf Sicherheit und Verlässlichkeit.“ Auch Michael Schlingmann, Betriebsratsvorsitzender von Coperion, betonte die Bedeutung der aktuellen Tarifauseinandersetzung: „Wir erleben große Veränderungen in der Industrie. Gerade deshalb brauchen die Menschen Orientierung und Zukunftsperspektiven. Die Beschäftigten sind bereit, ihren Beitrag zu leisten. Jetzt sind die Arbeitgeber gefordert, ein Angebot vorzulegen, dass bei der Belegschaft ein Vertrauen in die Zukunft schafft.““
Die hohe Beteiligung an den Warnstreikaktionen zeigt die Entschlossenheit der Beschäftigten. In zahlreichen Gesprächen wurde deutlich, dass die Erwartungen an die Arbeitgeberseite über reine Entgeltfragen hinausgehen. Die Menschen erwarten Investitionen in die Standorte, sichere Beschäftigung und eine aktive Gestaltung der industriellen Transformation. Christina Steeb, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall, erklärte: „Die Beschäftigten in den Betrieben haben die Herausforderungen der vergangenen Jahre getragen und die Unternehmen durch schwierige Zeiten geführt. Jetzt erwarten sie zu Recht ein Angebot, das ihre Leistung anerkennt und die Kaufkraft sichert. Gleichzeitig müssen die Arbeitgeber glaubhaft aufzeigen, wie sie die Zukunft ihrer Standorte gestalten wollen. Die Kolleginnen und Kollegen sind bereit, für diese Ziele einzustehen.“
Die IG Metall wertet die Aktionen als klares Signal an die Arbeitgeber, in den kommenden Verhandlungen deutlich nachzubessern. Sollte es keine substanzielle Bewegung geben, werden die Beschäftigten den Druck in den Betrieben weiter erhöhen.
Insgesamt beteiligten sich am heutigen Tag in der Region vier Betriebe an den Warnstreikaktionen: Coperion in Weingarten, Robert Bosch Power Tools in Ravensburg, CLAAS in Bad Saulgau sowie die Kramer GmbH in Pfullendorf. Insgesamt folgten 1.550 Beschäftigte dem Aufruf der IG Metall und beteiligten sich an den Arbeitsniederlegungen.